Stadtparlament: 14.12.2014 Drucken


Fianzierungshilfe für die TGS Erbach?


Die TGS Erbach hatte seit Jahrzehnten ihr Vereinsheim wie der SV Erbach am Alten Sportplatz in Erbach in unmittelbarer Nähe des Fußballplatzes. Während der SVE bereits seinen neuen Rasenplatz im Frühjahr 2016 bespielen und sein neues Vereinsheim im Hinterboden beziehen kann, läuft der mit der Stadt Eltville abgeschlossene Erbbaupachtvertrag für die TGS im Februar 2016 aus. Bis dahin soll das komplette Vereinsheim in der Kirchstraße abgerissen sein.  Denn die Stadt plant dort ein Wohnbaugebiet.


Bevor diese Planungen angedacht waren, wollte die TGS sein angespartes Geld in einen neuen Anbau in der Kirchstraße investieren; dies auch mit der finanziellen Unterstützung von Stadt-Land-und den Verbänden, um dem ständig steigenden  Mitgliederzuwachs mit seinen speziellen Sportangeboten sachgerecht begegnen zu können.


Die neue Situation ist, dass ein neues Vereinsheim im Hinterboden für den SVE errichtet wird. Herr Ingmar Jung bot der TGS als Vorsitzender des SVE und Stadtverordneter an, den dortigen Vereinsraum, die Dusch- und Umkleideräume mitzubenutzen zu können. Der zweite Schritt für die TGS wäre bei einer  Angebotsakzeptanz gewesen, an das besagte Vereinsheim eine Sporthalle zu errichten, die den Anforderungen der TGS entspräche. Dies würde aber fast genauso viel Geld verschlingen als die Fördermittel für ein Sporthallenneubau am Bachhöllerweg.


Eine gemeinsame Nutzung des SVE-Vereinsheim im Hinterboden ist auf dem ersten Blick eine gute Sache. Aber, in der Kirchstraße am Alten Sportplatz war zwischen dem SVE- und dem  TGS- Vereinsheim-Gebäude eine Zwischenwand, damit jeder Verein für sich zeitlich unabhängig seine Klein-Veranstaltungen und sonstige Treffen realisieren konnte. Deshalb ist es allein schon aus diesem Grund verständlich, dass die TGS dankend nein sagte, da es wegen der eingeschränkten Selbständigkeit beider Vereine  zu Konflikten kommen könne.


Das Hauptargument, warum die TGS es grundsätzlich ablehnt sich im Hinterboden  niederzulassen ist, dass für alle sportlich-aktiven TGS`ler  der Weg dorthin zu weit sei.


Unabhängig hiervon ist die FEB nach neuesten Informationen und in Abwägung aller Fakten entgegen ihrer ursprünglichen Haltung in dieser Sache zu der Meinung gekommen, dass die TGS in unmittelbarer Nähe der städtischen Turnhalle auf dem Bolzplatz am Bachhöllerweg eine Sporthalle wegen ihrer vielfältigen Sportangebote für jung und alt errichtet bekommen sollte. Diese könnte auch für Vereinsgeselligkeiten benutzt werden.


Der SVE bekommt von der Stadt Eltville 425 Tsd. EUR für die Errichtung eines Funktionsgebäudes am Neuen Sportplatz. Die FEB meint, dass diese Summe hälftig aufgeteilt werden müsse, da ja beide Vereine ihrer Gebäudehälften abgerissen bekommen.  Wenn nicht, dann wäre dies ist eine ungerechte Bevorzugung des SVE.


Wie dem auch sei, die TGS hat eine Finanzierungslücke von 265 Tsd. EUR, um ihr Projekt am Bachhöllerweg umsetzen zu können. Würde sie  die Hälfte von den „SVE-425 Tsd. EUR" bekommen,


so  wären dies 212 Tsd. EUR. Selbst wenn man ihr nur 1/3 zuspräche, so wären dies immerhin 142 Tsd. EUR. Plus dem realistischen Gebäudewert  am Alten Sportplatz von 145 Tsd. EUR, wären es dann  287 Tsd. Euro.


Das wäre eine faire Rechnungsstellung. Die TGS könnte ihr Vorhaben umsetzen;  und jedem wär geholfen.




Meine FEB-Rede im Parlament:


Herr Vorsitzender,

meine Damen und Herren,


Die direkte Stadtförderung sieht wie folgt aus:



Für nur  ein auf den SVE zugeschnittenes Funktionsgebäude am neuen Sportplatz

stellt die Stadt dem  SVE mit 250 Mitglieder  einschl. Gebäude-Wert-Anteil vom Alten Sportplatz  425 Tsd. EUR zur Verfügung.

 

Die TGS erhält lediglich 70 Tsd. EUR für den hälftigen Gebäudewert

am Alten Sportplatz.


Plus den 10 Tsd. EUR  als Stadtförderung - ergibt 80 Tsd. EUR für eine TGS

mit 800 Mitgliedern!


Die FEB kritisiert,  dass die TSG hier finanziell derart benachteiligt wird, was für Stadtverordnete mit einem Gerechtigkeits-Sinn so nicht hinnehmbar ist.


Auch die Verkehrswertermittlung  beider Gebäudehälften am Alten Sportplatz entspricht ganz und gar nicht der Realität. Es ist unabdingbar, dass hier  nochmals ein neutraler Gutachter tätig wird.


Die Finanzierungslücke der TSG  beträgt aufgerundet 120 Tsd. EUR


Wobei die TGS in ihrer Finanzierungsaufstellung hier einen anteiligen Gebäudewert  in der Kirchstraße von 145 Tsd. EUR zu Recht berücksichtigt hat.


Dies bedeutet unter dem Strich, dass die Stadt insgesamt 260 Tsd. EUR in die Hand nehmen müsste, um am Bachhöller Weg eine neue Funktionshalle nach Maß für die TGS umzusetzen, da sie ja noch im November per Google-Earth drei Grundstücke dort per maßlicher Einkreisung angeboten hatte.


Anstatt erst in 5 Jahren - schlägt die Stadt  vor, die jetzige Turnhalle am Bachhöller Weg für 200-230 Tsd EUR so umzubauen und zu sanieren, dass dort ein neuer Raum von 70 qm geschaffen werden könnte. Die reicht für kleinere Vereine oder nicht so große Gymnastikgruppen aus, aber nicht für eine TSG mit vielen Sportgruppen!


Deshalb wäre die Stadt gut beraten, die TGS mit 200 Tsd. EUR für einen Neubau am Bachöller Weg zu unterstützen.


Keinen Sinn macht es für die TGS, am Neuen Sportplatz ein Funktionsgebäude an das SVE-Vereinsheim anzudocken. Ungeachtet, ob der Weg für deren Sportler zu weit ist oder nicht, würden dort die erforderlichen Räumlichkeiten  fast  so viel  Geld verschlingen, wie ein Neubau am Bachöller Weg.


Der Gerechtigkeit wegen müsste der städtische  Zuschuss für den SVE von 425 Tsd. EUR hälftig aufgeteilt werden.


Aber die FEB kann sich vorstellen, dass derTGS nur daran gelegen ist, ihre Finanzierungslücke gedeckt zu wissen.


Deshalb bitte ich protokollarisch festzuhalten, dass die FEB vorschlägt;


2/3 für den SVE      -  1/3 für die TGS  (also rund 140. Tsd.  EUR)


Plus der Summe von 140 Tsd. EUR als Erstattungswert für das alte Vereinsheim, ergibt ein Gesamtbetrag von 280 Tsd. EUR.


Anstatt die jetzige Turnhalle für über 200.Tsd. EUR umzugestalten, beteiligt sich die Stadt mit weiteren 120. Tsd. EUR am Vereinsheim-Neubau am Bachhöller Weg.


Besten Dank.



Das Stadtparlament hat beschlossen:



Stadtverordn. Opitz (FEB) gibt folgende Erklärung zu Protokoll (Anlage 1):


„Deshalb bitte ich protokollarisch festzuhalten, dass die FEB vorschlägt:


Von dem Gesamtwert der Wiederbeschaffungskosten in Höhe von 432.640 Euro sind 2/3 für den SVE und 1/3 für die TGS (also 145 Tsd. EUR) anzurechnen!

Diese Summe stellt den Wiederbeschaffungswert für das alte Vereinsheim dar!“


1.


Der Magistrat der Stadt Eltville am Rhein wird beauftragt, noch im Jahr 2015 einen Erbbaurechtsvertrag mit der TGS Erbach über das Grundstück am Bachhöller Weg auf dem Freizeitgelände angrenzend an die bestehende Bebauung für die Einrichtung des ersatzweisen Neubaus des geplanten Vereinsgebäudes der TGS Erbach abzuschließen. Weder die beiden betsehenden Fußballfelder, noch die Flächen auf denen die Spielgeräte stehen, werden von der Planung tangiert.

 

 

2.


Der Vertag soll spätestens mit Wirkung vom 01.02.2016 unter der auflösenden Bedingung geschlossen werden, dass für die vorgesehene Fläche Baurecht geschaffen wird und auch im Hinblick auf die Finanzierung des Neubaus eine Einigung zwischen der TGS Erbach und der Stadt Eltville erfolgt.


3.


Die Kosten des Erbbaurechtsvertrages und der notwendigen Vermessung des Grundstücks trägt die Stadt Eltville für den Fall, dass sich das Bauvorhaben nicht realisiert. Ansonsten werden die anfallenden Kosten hälftig getragen, wobei diese Kosten in die Gesamtfinanzierung der Maßnahme einbezogen werden.


4.


Der Magistrat der Stadt Eltville wird noch in diesem Jahr die notwendigen planungsrechtlichen Schritte einleiten, die erforderlich sind, um das Gelände, wie von der TGS Erbach beabsichtigt, zu bebauen. Soweit erforderlich delegiert vorsorglich schon jetzt die Stadtverordnetenversammlung für den Fall das baurechtliche kommunale Satzung geändert, ergänzt und neu errichtet werden muss, die Beschlussfassung für einen entsprechenden Aufstellungsbeschluss an den Stadtentwicklungsausschuss, damit im Hinblick auf die Sitzungstermine der Stadtverordnetenversammlung keine unnötige Verzögerung eintritt.

Danach erfolgt die Abstimmung über Ziffer 5.


Beschluss:

- 29 Dafür

1 Dagegen - ( FDP)


5.


Die Stadtverordnetenversammlung strebt an, dass noch vor der Kommunalwahl eine Einigung mit der TGS Erbach über den städtischen Anteil an der Finanzierung des geplanten Bauwerks erzielt wird, damit mit der Realisierung noch im Jahr 2016 begonnen werden kann.


Da war meine FEB-Rede doch sehr richtungsweisend!


Ihr Klaus Opitz